in eigener Sache III - Maria Szepes

 

 



 



Wer über die Jahre in unseren Broschüren die von uns angebotenen Seminare und Produkte verfolgt hat, der wird feststellen, dass wir neben unseren eigenen Arbeitsergebnissen in Form von Bücher, Kassetten (neuerdings CDs) und Seminaren bisher nur den Produkte von zwei anderen Menschen bei symbolon Raum gegeben haben. Und manche mögen sich fragen: Wieso gerade Maria Szepes und Andreas Krüger? Sind deren Gedanken so tiefgreifend, oder originell, dass diese beiden - als Einzige - in die erlauchten Hallen von symbolon Einzug halten dürfen? Und was ist mit den vielen anderen, die ganz ohne Zweifel ihre eigenen Meriten und ihre unverwechselbaren theoretischen Handschriften aufweisen? Und es fragen uns natürlich auch immer wieder Seminarleiter und Autoren, warum wir ihre Angebote und Bücher nicht in unseren Prospekt aufnehmen und wir sind dann immer sehr hilflos.

Ja, warum eigentlich nicht? Wir haben uns das natürlich auch schon einige Male gefragt und die Antwort - als sie sich dann heraus schälte - hat uns selbst überrascht. Denn: Wir nehmen nur jene Menschen in unsere Hallen auf, mit denen uns - in der Seele - eine eigene Geschichte verbindet. Sie haben sich in unserer Seele einen eigenen Platz erworben, einen eigenen Raum, und damit gehören sie im Haus unserer Seele dazu. Und deshalb - nur deshalb - gelangen sie auch in diese Broschüre. Heute möchte ich die Geschichte von Maria Szepes und symbolon erzählen; im nächsten Jahr wird die Geschichte von Andreas Krüger folgen.

Etwa 1982 in der Zeit der Reinkarnationstherapie (symbolon gab es noch nicht) gelangte der Roman "Der rote Löwe" von Maria Szepes in meine Hände und ich las ihn mit großem Enthusiasmus. Es war die profundeste Darstellung einer Seele, die - in wiederholten Erdenleben - durch die Jahrhunderte hindurch in immer weitere schmerzhafte Reifungsprozesse verwickelt wurde, die ich je gelesen hatte. Im Impressum las ich "Zum ersten Mal erschienen in Budapest 1946."

Sofort nach der Lektüre "wusste" ich zweierlei. Zum einen: Diese Buch hat keine Frau geschrieben, der (männliche) Autor versteckte sich hinter einem weiblichen Namen (wohl um im kommunistischen Ungarn besser getarnt zu sein) und außerdem: so kompetent konnte keine Frau (noch dazu im Jahr 1946) die Geheimnisse der menschlichen Seele entschlüsseln. (Genau, so "Macho" waren wir "Esoteriker" im Jahre 1982.) ("Gott sei dank ist das heute nicht mehr so", sagt Monika laut und kaut genüsslich an einem Radi.) Das ist keine Frau, das stand also für mich fest. Und zweitens: Der Autor, wer immer er ist, ist mit Sicherheit heute (also 35 Jahre nach dem ersten Erscheinen des Buches) bereits tot.

Warum? Nun, wer Anfang der Vierziger so kluge Sachen wusste und aufgeschrieben hat, der muss ein äußerst vielfältiges und ereignisreiches Leben hinter sich haben - d.h. er kann bei der Abfassung des Manuskriptes wohl nicht jünger als 60 gewesen sein! Und damit wäre er heute - 1982 - 95 Jahre alt, also wohl lange tot. Vier Jahre später, Ingrid war in mein Leben getreten, symbolon war gegründet, und auch Ingrid arbeitete als Reinkarnationstherapeutin (und liebte den "roten Löwen") bekam ich einen Anruf von meinem Freund Abraham Melzer. Er ist Verleger und wir hatten schon etliche Projekte miteinander realisiert. Er berichtete von einem Agenten und übersetzer namens Gottfried Feidel, der ihm mehrerer esoterische Manuskripte von einer Ungarin, namens Maria Sepesch oder so ähnlich angeboten hatte. Der Rest ist schnell erzählt.

Ein Anruf bei Herrn Feidel stellte mehrerer Wahrheiten her und den Autoren diese Zeilen als vollendeten Trottel dar: Ja, die Autorin war Maria Szepes (Ssepesch gesprochen mit Betonung auf dem ersten e); jawohl, sie ist eine Frau, war es auch immer, und nein, sie ist nicht 95 sondern mehr als 20 Jahr jünger (außerdem fragt man das nicht, jedenfalls nicht bei Maria) und das Buch "Der rote Löwe" hatte sie 1938 als junge Frau geschrieben. (Photo: An ihrem geliebten Schreibtisch) Außerdem: Maria spricht Deutsch! Wir bekamen ihre Telefonnummer und 14 Tage später - wir wußten nicht, wie uns geschah - saßen wir ihr in Budapest gegenüber. Sie hatte uns eingeladen und nahm sich eine ganze Woche Zeit für ihre (ersten) Gäste aus Deutschland. Das ist jetzt fast 20 Jahre her und doch werden wir diese Reise nie vergessen. Wir bummelten zu dritt und Maria zeigte uns ihre Heimatstadt. Vor allem aber zeigte sie uns ihre Lieblingslokale. Es waren jene (nicht wenige), in denen man den besten Pudding überhaupt bekommen konnte. Denn Maria ist zwar eine gebildete, eine herzensgute und eine unglaublich sensitive Frau, aber: "Kennt ihr Himbeer-Maronenpudding? Den müßt ihr unbedingt kennelernen. Naja, wir müssen vielleicht 15 Kilometer fahren. Aber es lohnt sich."

Und wenn wir dann bei ebendiesem Pudding saßen (Hauptspeisen aß Maria nie), dann erzählte sie uns beiläufig aus ihrem Leben und noch beiläufiger von dem, was sie in ihrem Leben gelernt hatte. Das Esoterische war gleichsam die Soße beim Pudding. Ich werde diese Lektionen nie vergessen. Und noch viel weniger, dass sie gar nicht beabsichtigt waren. (Oder vielleicht doch?) Ein halbes Jahr später konnten wir Maria dazu überreden (es hat ein wenig Anstrengung gebraucht), dass sie bei Etora auf Lanzarote doch von ihrem Wissen ein wenig an ihre deutschen "Liebhaber" abgeben könne. Nun, es wurden wunderschöne 14 Tage, die wir mit Maria auf der spanischen Insel verbrachten und es sprach sich in Windeseile herum. Viele Seminarteilnehmer schwärmen noch heute von diesem Seminar, dem einzigen übrigens, das Maria je außerhalb von Budapest gehalten hat. Und die, die sie in Budapest gehalten hat, waren geheim. In den vierziger und fünfziger Jahren mußten sie das auch sein, denn die Geheimpolizei freute sich über jede Gruppe, die sich konspirativ traf. Grundlage dieser Seminare war oft der "Der rote Löwe", der, da es ihn nicht mehr gab, von den Seminarteilnehmern einfach abgeschrieben wurde.

Am Ende des Lanzarote-Seminars gab Maria uns acht Phantasiereisen (die eine Schülerin von ihr ins Deutsche übersetzt hatte): "Praxis zur Überwindung der Angst", die wir jahrelang als Kassetten im Programm hatten. 2006 wird es sie wieder als mp3- Files geben.

Maria Szepes ist im Frühsommer 2007 im Alter von 99 Jahren gestorben.
In unseren Herzen lebt sie weiter - im hellen Sonnenschein

 

 

 

 


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